← Alle RatgeberRatgeber

Gehalt verhandeln: So findest du deinen Wert heraus

Wie viel du fordern kannst, wie du dich vorbereitest und wie das Gespräch gelingt – auch beim ersten Job.

2 Min. Lesezeit

Über Geld spricht man nicht? Im Bewerbungsgespräch schon. Wer seinen Wert kennt und gut vorbereitet ist, verhandelt souverän – auch beim ersten Job. Und wer gar nicht verhandelt, lässt oft Geld liegen, das über Jahre einen großen Unterschied macht.

Brutto, netto und das Jahresgehalt

Gehaltsangaben in Stellenanzeigen und Gesprächen sind fast immer brutto, also vor Abzug von Steuern und Sozialversicherung. Achte darauf, ob vom Monats- oder vom Jahresgehalt die Rede ist. Das Jahresgehalt ergibt sich aus dem Monatsgehalt mal der Zahl der Gehälter – manche Arbeitgeber zahlen zwölf, andere dreizehn oder mehr, etwa durch Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

Finde heraus, was üblich ist

  • Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit zeigt dir kostenlos, was Beschäftigte in deinem Beruf verdienen – aufgeschlüsselt nach Region, Alter und Branche.
  • Tarifverträge regeln in vielen Branchen die Gehälter. Die Tariftabellen sind öffentlich einsehbar.
  • Stellenanzeigen in deinem Beruf nennen oft eine Gehaltsspanne. Vergleiche mehrere Anzeigen aus der Region.

Nenne eine Spanne, keine einzelne Zahl

Wirst du nach deiner Gehaltsvorstellung gefragt, nenne eine Spanne. Das untere Ende sollte ein Betrag sein, mit dem du wirklich zufrieden wärst – denn genau dort wird die Verhandlung oft landen. Steht in der Anzeige ausdrücklich, dass du deine Gehaltsvorstellung angeben sollst, gehört sie ins Anschreiben.

So führst du das Gespräch

  • Begründe deine Vorstellung mit dem, was du mitbringst: Abschlüsse, Erfahrung, besondere Kenntnisse. Konkrete Beispiele überzeugen mehr als allgemeine Eigenschaften.
  • Bleib sachlich und freundlich. Eine Verhandlung ist kein Streit.
  • Denk über das Gehalt hinaus. Urlaubstage, Weiterbildung, Fahrtkostenzuschuss, betriebliche Altersvorsorge oder flexible Arbeitszeiten können viel wert sein.
  • Lass dir Zeit. Du musst ein Angebot nicht sofort annehmen – eine Nacht darüber zu schlafen ist völlig in Ordnung.

Und in der Ausbildung?

Bei Ausbildungsplätzen gibt es wenig Spielraum. Die Vergütung ist oft im Tarifvertrag festgelegt, und das Berufsbildungsgesetz schreibt eine Mindestausbildungsvergütung vor. Vergleichen lohnt sich trotzdem: Zwischen Branchen und Betrieben gibt es große Unterschiede – auch bei Zusatzleistungen wie Fahrtkosten oder Übernahmegarantie.

Schreib dir deine Zahlen vor dem Gespräch auf: deine Wunschspanne, dein Minimum und zwei, drei Argumente. Wer vorbereitet ist, lässt sich nicht so leicht aus dem Konzept bringen.

Stellen mit Gehaltsangabe findest du in der Jobbörse. Tipps für Anschreiben und Vorstellungsgespräch gibt es in unseren Bewerbungstipps.

Bereit für den nächsten Schritt?

Aktuelle Stellen und Ausbildungsplätze aus dem Bergischen Land.

Weitere RatgeberAlle ansehen

Bewerbungstipps

Von den Unterlagen bis zum Vorstellungsgespräch – so wird deine Bewerbung im Bergischen Land überzeugend.

4 Min. Lesezeit