Ausbildung oder Studium? Eine Entscheidungshilfe
Beide Wege führen zu einem guten Beruf. Welche Fragen dir bei der Entscheidung helfen – und warum sie nicht endgültig sein muss.
Nach dem Schulabschluss stellt sich für viele die große Frage: Ausbildung oder Studium? Die gute Nachricht vorweg – beide Wege führen zu einem sicheren, gut bezahlten Beruf. Und keine Entscheidung ist endgültig: Wer eine Ausbildung macht, kann später studieren, und wer ein Studium abbricht, kann in eine Ausbildung wechseln.
Was dich in einer Ausbildung erwartet
- Du lernst im Betrieb und in der Berufsschule – das sogenannte duale System.
- Eine Ausbildung dauert meist zwei bis dreieinhalb Jahre.
- Du bekommst von Anfang an eine Vergütung.
- Am Ende steht eine Prüfung, etwa vor der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer.
Nach der Ausbildung geht es weiter, wenn du willst: Mit einer Aufstiegsfortbildung zum Meister, Techniker oder Fachwirt erreichst du ein Niveau, das dem Bachelor gleichgestellt ist. Im Deutschen Qualifikationsrahmen stehen beide auf derselben Stufe.
Was dich im Studium erwartet
- Das Studium ist theoretischer. Du lernst selbstständig und musst dich selbst organisieren.
- Ein Bachelor dauert meist sechs bis sieben Semester, also drei bis dreieinhalb Jahre.
- Ein Gehalt gibt es nicht. Finanziert wird das Studium über BAföG, einen Nebenjob oder die Familie.
- Voraussetzung ist in der Regel das Abitur oder die Fachhochschulreife. Beruflich Qualifizierte können unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne Abitur studieren.
Fragen, die dir bei der Entscheidung helfen
- Wie lernst du am liebsten? Wer gern anpackt und sofort sieht, was er geschafft hat, ist in einer Ausbildung oft glücklicher. Wer gern liest, analysiert und diskutiert, eher im Studium.
- Wie wichtig ist dir eigenes Geld? In der Ausbildung verdienst du ab dem ersten Monat.
- Welcher Beruf reizt dich? Manche Berufe setzen ein Studium voraus, etwa Ärztin, Lehrer oder Architektin. Für viele andere ist eine Ausbildung der direkte Weg.
- Willst du in der Region bleiben? Eine Ausbildung kannst du fast immer in der Nähe machen. Für manche Studiengänge musst du umziehen.
Der Mittelweg: duales Studium
Wer sich nicht entscheiden will, kann beides verbinden. Bei einem dualen Studium studierst du an einer Hochschule und arbeitest gleichzeitig in einem Betrieb – mit Vergütung. Das ist anspruchsvoll, bringt dir aber Abschluss und Berufserfahrung zugleich. Aktuelle Angebote findest du unter Duales Studium.
Probier es aus, bevor du dich festlegst. Ein Praktikum zeigt dir einen Beruf von innen – besser als jede Beschreibung. Außerdem hilft die Berufsberatung der Agentur für Arbeit bei der Entscheidung, und zwar kostenlos.
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